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Tagesgeldkonto vs. Festgeldkonto

Das Tagesgeldkonto und die Festgeldanlage gehören zu den beliebtesten Finanzprodukten der Deutschen. In der Gunst der Sparer liegen beide nahezu gleichauf, mit leichten Vorteilen für das Tagesgeld, das sich in den vergangenen Jahren immer weiter an die Spitze gearbeitet hat. Das sagt allerdings nichts darüber aus, welche der beiden Anlagevarianten besser ist. Diesbezüglich müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden, die größtenteils recht individuell gefärbt sind und somit eine pauschale Antwort nahezu unmöglich machen.
 
Die Gemeinsamkeiten
 
Dass Tages- und Festgeld bevorzugt werden, kommt nicht von ungefähr. Hier spielt der Wunsch nach Sicherheit eine große Rolle. In dieser Hinsicht können beide Produkte überzeugen. Da es sich um verzinsliche Anlagen handelt, beim Festgeld mit fixem Zinssatz, beim Tagesgeld mit variablen Konditionen, müssen Sparer keine Verluste fürchten – zumindest keine offensichtlichen, wenn man das Inflationsrisiko außen vor lässt. Der Markt ist zwar in Bewegung, unter dem Strich steht aber auf jeden Fall mehr, als vormals eingezahlt wurde. Der zweite Sicherheitsaspekt basiert auf der Einlagensicherung. Heißt: Das Kapital ist vor einer Bankenpleite geschützt. Gesetzlich reicht der Schutzschirm bis 100.000 Euro, erweitert bis zu mehreren Millionen Euro je Kunde und Bank oder unbegrenzt.
 
Die Unterschiede
 
Den wenigen Gemeinsamkeiten von Fest- und Tagesgeld stehen deutlich mehr Unterschiede gegenüber. Der besseren Übersicht halber erläutern wir die einzelnen Aspekte nach Stichworten sortiert:

  • Verzinsung: Wie bereits erwähnt, bietet die Festgeldanlage eine fixe Verzinsung. Sie wird bei Abschluss des Vertrages für die vereinbarte Laufzeit garantiert und verändert sich in dieser Zeit nicht. Dabei gilt: Je länger der Kunde bereit ist, sein Geld festzulegen, desto höher ist im Regelfall auch der Zinssatz. Beim Tagesgeld arbeiten die Banken hingegen mit variablen Zinsen, die jederzeit angepasst werden können. Neukunden profitieren dabei bisweilen von deutlich besseren, allerdings zeitlich begrenzten Konditionen.
  • Laufzeit: Ein Tagesgeldkonto kann vom Prinzip her heute eröffnet und morgen schon wieder gekündigt werden. Es gibt weder eine feste Laufzeit noch Kündigungsfristen. Festgeld hingegen ist starr und wird grundsätzlich für einen festen Anlagezeitraum vereinbart – von wenigen Tagen bis maximal zehn Jahre. Je nach Bank können auch tagesgenaue Laufzeiten gewählt werden. Entscheidend ist aber, dass Festgeld mit einer zeitlichen Verpflichtung einhergeht, weil vorzeitige Kündigungen nur selten gestattet und darüber hinaus teuer sind.
  •  Mindesteinlage: Wie viel Kapital auf dem Tagesgeldkonto geparkt wird, spielt keine Rolle. Die Verzinsung gilt bei fast allen Angeboten ab dem ersten Cent. Für eine Festgeldanlage muss üblicherweise ein Mindestbetrag – Ausnahmen bestätigen die Regel – investiert werden, im Schnitt 2.500 Euro.
     
  • Verfügbarkeit: Das Guthaben, das als Tagesgeld angelegt wurde, kann jederzeit wieder umgebucht werden. Dadurch ist Tagesgeld eine der flexibelsten Anlageformen. Für Festgeld muss eine feste Laufzeit eingehalten werden. 
Die Renditechancen

Die Liste zeigt, dass Tagesgeld vor allem mit Flexibilität punktet und das Festgeldkonto mit teils höheren Zinsen überzeugt. Beides ist Sparern wichtig. Die Rendite gilt bei der Geldanlage aber nach wie vor als Maß aller Dinge. In diesem Punkt muss differenziert werden: Bei der kurzfristigen Anlage bietet ein Tagesgeldkonto meist höhere Zinsen oder steht dem Festgeldkonto zumindest in nichts nach. Bis zu einer Laufzeit von einem Jahr ist Tagesgeld renditetechnisch und aufgrund der flexibleren Handhabung meist die bessere Wahl. Ab zwölf Monaten verschiebt sich das Bild ein wenig. Bei einigen Banken hält sich die Verzinsung von Fest- und Tagesgeld auch bei mittleren Laufzeiten die Waage. Sobald das Geld aber längere Zeit, also von drei Jahren aufwärts, eingefroren wird, macht Festgeld das Rennen. Aufgrund der unterschiedlichen Konditionen empfehlen wir einen Blick auf unsere Zinsvergleiche.

 
Flexibel oder langfristig planen?
 
Abgesehen davon, wie hoch das Kapital verzinst wird, müssen sich Sparer auch mit der Frage beschäftigen, ob sie lieber flexibel oder langfristig planen wollen. Wer jederzeit auf sein Geld zurückgreifen können möchte, etwa für Notfälle und wichtige Anschaffungen, ist mit Tagesgeld immer auf der sicheren Seite, verzichtet dabei unter Umständen aber auf höhere Zinsen. Sparer, die ihren Kapitalbedarf längerfristig einschätzen können, haben mit Festgeld die Möglichkeit, eine bessere Rendite zu erzielen. Allerdings: Sollten sich die Zinskonditionen im Laufe der Zeit positiv verändern, erweist sich eine mehrjährige Zinsbindung schnell als falsche Entscheidung.
 
Fazit – nicht „entweder oder“ sondern beides unter einem Hut
 
Deshalb ist es sinnvoller, beide Formen der Geldanlage zu nutzen. Um flexibel zu bleiben und jederzeit einen finanziellen Rückhalt zu haben, bietet es sich an, einen Teil des Kapitals auf einem gut verzinsten Tagesgeldkonto zu parken. Höhere Beträge, die aktuell und in nächster Zeit nicht zwingend benötigt werden, können dann als Festgeld investiert werden, abhängig von den Zinsaussichten durchaus auch mehrere Jahre. Experten raten dazu, mehrere Laufzeiten zu wählen – wenn genug Kapital vorhanden oder die Mindesteinlage entsprechend niedrig ist –, statt sich auf einen Anlagezeitraum zu konzentrieren, um die Vorteile beider Systeme optimal zu nutzen.

Bild: © K.-U. Häßler - Fotolia.com