Tagesgeldkonto Basiswissen

Das Tagesgeldkonto dürfte den meisten Menschen sicherlich schon einmal begegnet sein, gibt es doch kaum noch eine Bank, die ihren Kunden das Tagesgeld als Anlageprodukt vorenthält. Allerdings unterscheiden sich die Tagesgeldkonten der verschiedenen Banken mitunter recht deutlich. Sehr große Unterschiede gibt es beispielsweise in der Verzinsung der Einlagen oder bei der Sicherheit der Einlagen auf einem Tagesgeldkonto. Auch die anfallenden Kosten können sich von Bank zu Bank teilweise ganz erheblich unterscheiden.

Verzinsung beim Tagesgeldkonto:
Tagesgeldkonten sind variabel verzinste Produkte, bei denen der Zinssatz, anders als bei Festgeldkonten, jederzeit durch die Bank verändert werden kann. Die Höhe der Zinsen orientiert sich vor allem an den aktuellen Leitzinsen, sodass eine Änderung der Leitzinsen meist unweigerlich zu einer Änderung der Tagesgeldzinsen führt. Die Änderung der Tagesgeldzinsen erfolgt tendenziell analog der Leitzinsentwicklung mit einer Verzögerung von bis zu 3 Monaten. Neben den Leitzinsen hat auch die Konkurrenzsituation einen hohen Einfluss auf die Tagesgeldzinsen. In Deutschland werden teilweise sehr hohe Zinsen für Tagesgeld gezahlt, da viele Banken um die Kunden konkurrieren und sich gegenseitig überbieten. Tendenziell sind die Zinsen bei Direktbanken und Banken deutlich höher als bei konventionellen Filialbanken aus dem Inland. Allerdings muss der Kunde hier oft Abstriche bei der Einlagensicherung oder beim Kundenservice in Kauf nehmen.

Verfügbarkeit der Einlagen:
Bei der Liquidität sind Tagesgeldkonten nicht zu übertreffen. Die Einlagen auf Tagesgeldkonten sind jederzeit in voller Höhe verfügbar, sodass keine Kündigungsfrist eingehalten werden muss. Darin unterscheiden sie sich vor allem von Sparbüchern, bei denen die monatliche Verfügung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist auf 2.000 Euro begrenzt ist.

Sicherheit der Einlagen:
Bei der Einlagensicherheit hat sich im Jahr 2008 eine große Veränderung zugetragen. Durch die Finanzkrise und die Angst vieler Menschen, dass Banken reihenweise insolvent werden könnten, hat die Bundesregierung die Begrenzung der staatlichen Einlagensicherung aufgehoben und eine staatliche Garantie für alle Einlagen in unbegrenzter Höhe ausgesprochen. Demnach sind Tagesgeldkonten von deutschen Banken von der Sicherheit her mit Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland vergleichbar. Bei Tagesgeldkonten von ausländischen Banken stellt sich die Situation hingegen etwas anders dar. Hier ist eine Einlagensicherung in diesem Umfang meist nicht gewährleistet.

Anfallende Kosten bei Tagesgeldkonten:
Die meisten Banken erheben keinerlei Gebühren für die Einrichtung und Führung eines Tagesgelkontos. Lediglich für den eventuellen Versand von Kontoauszügen ist eine Portobeteiligung üblich. Allerding gibt es einige wenige Banken, die für die Kontoführung eine monatliche Gebühr berechnen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn ein in bestimmter Mindestanlagebetrag nicht eingehalten wird.