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Tagesgeld Hopping

Um ein bestimmtes Produkt stets zum günstigsten Preis zu kaufen, wechseln Verbraucher ab und an den Supermarkt. Wer auch beim Tagesgeld immer von den besten Konditionen profitieren möchte, muss dementsprechend die Bank wechseln. Beim Tagesgeld spricht man in dem Zusammenhang vom Tagesgeld Hopping. Der englische Begriff „Hopping“ steht für Hüpfen oder, etwas schwungvoller, Springen. Heißt: Die Sparer hüpfen von einem Tagesgeldkonto zum nächsten, immer auf der Suche nach dem Top-Zins.
 
Der Sinn von Tagesgeldhopping
 
Ständig den Tagesgeldanbieter zu wechseln und sich gewissermaßen von Bank zu Bank zu hangeln, mag vielen Sparern übertrieben vorkommen. Es macht aber Sinn. Die Konditionen für Tagesgeld variieren und sind eng mit der Entwicklung der Finanzmärkte verflochten. Zudem verfolgen die Banken jeweils eigene Strategien. Daraus ergibt sich eine breite Spanne an Zins- und Neukundenangeboten, von mäßig über durchschnittlich bis hin zu überragend. Mit der Entscheidung für das „richtige“ Tagesgeldkonto lässt sich die Rendite also problemlos steigern. Da weder mit der Kontoführung noch einer möglichen Kündigung Kosten verbunden sind, bietet Tagesgeld Hopping ein attraktives Gewinnpotenzial. Dazu ein Beispiel:
 
Tagesgeldhopping-Beispiel
 
Max Mustermann hat bei Bank A 10.000 Euro auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt. Als Neukunde erhält er für sechs Monate 2,5 Prozent p.a. und einen einmaligen Bonus in Höhe von 30 Euro. Nach Ablauf des halben Jahres greift der variable Tagesgeldzins von Bank A. Sie gewährt ihren Bestandkunden allerdings nur 1,65 Prozent pro anno. Dank unseres Tagesgeldvergleichs findet Max Mustermann das deutlich bessere Angebot von Bank B. Sie zahlt Neukunden bis zu einem Betrag von 25.000 Euro 2,7 Prozent im Jahr, garantiert für drei Monate. Max Mustermann wechselt daraufhin die Bank. Im Anschluss gilt auch bei Tagesgeldanbieter B ein variabler Zins. 1,5 Prozent p.a. sind Max Mustermann aber zu wenig. Er bemüht erneut unseren Tagesgeldvergleich und entdeckt das Angebot von Bank C, deren Antrag er sofort online ausfüllt und abschickt. Fortan erhält er 2,3 Prozent p.a. ohne zeitliche Begrenzung.
 
Lohnt es sich, das Tagesgeldkonto zu wechseln?
 
Dass sich der Aufwand lohnt, ließe sich in unserem Beispiel in Euro und Cent belegen. Denn höhere Zinsen ergeben bekanntermaßen einen höheren Gewinn. Wenn zwischen dem Tagesgeldzins der jetzigen Bank und dem Angebot eines anderen Anbieters 0,5 Prozent pro anno liegen und das Geld ein halbes Jahr auf dem Tagesgeldkonto verbleibt, ergibt sich bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro und einer jährlichen Zinsgutschrift ein Unterschied von immerhin 25 Euro. Dafür muss man sich allerdings die Zeit nehmen und regelmäßig die Konditionen der Banken vergleichen, auf Neukundenofferten achten und das Kleingedruckte lesen. Manchmal bedarf es auch ein wenig Geduld, um wieder ein Top-Angebot zu finden. Ab wann es interessant wird, den Anbieter zu wechseln, muss im Grunde genommen jeder für sich entscheiden. Bei einer Differenz von 0,1 Prozent p.a. wäre es vermutlich witzlos. Kommt allerdings ein Neukundenbonus von 20 oder 30 Euro hinzu, sieht die Welt schon wieder anders. Es kommt also auf die genauen Konditionen an.
 
Was ist zu beachten?
 
Viele der Top-Angebote richten sich ausschließlich an Neukunden, wobei jede Bank den Begriff Neukunde anders definiert. Bisweilen darf man zwei Jahre lang kein Konto bei der jeweiligen Bank geführt haben. Anderen Unternehmen reicht eine Zeitspanne von sechs oder zwölf Monaten, bevor sie Ehemaligen wieder Neukundenkonditionen einräumen. Hier hilft nur ein Blick in die Sternchentexte bzw. das Preis-Leistungsverzeichnis der Bank. Beachtet werden muss darüber hinaus, bis zu welchem Betrag und für welchen Zeitraum die höheren Zinsen gelten. Denn je nach Konstrukt ergeben sich auch Nachteile: Wer 10.000 Euro anlegen möchte und nur für 5.000 Euro den Top-Zins erhält, sollte sich nach einem anderen Angebot umsehen. Manchmal sind die Verzinsung und/oder ein Startguthaben auch an einen Mindestbetrag geknüpft. Tagesgeldhopper haben also viel zu beachten.
 
Muss das alte Tagesgeldkonto gekündigt werden?
 
Die Kündigung des bestehenden Tagesgeldkontos gehört dabei ganz gewiss nicht zu den vorrangigen Aspekten. Vom Prinzip her kann das Konto auch bestehen bleiben, sofern zumindest ein Guthaben von einem Euro verbleibt. Da es auf Dauer aber relativ kompliziert würde, mit Dutzenden Tagesgeldkonten zu jonglieren, sollte das Portfolio nach und nach ausgedünnt werden. Viel wichtiger ist es, sich um das Thema Abgeltungssteuer zu kümmern. Hohe Zinsen bringen schließlich wenig, wenn auch das Finanzamt die Hand aufhält. Sprich: Wer öfter das Tagesgeldkonto wechselt, muss sich auch darum kümmern, dass die Freistellungsaufträge für die alten Konten gekündigt oder zumindest angepasst werden.
 
Da vielen Sparern dieses Hin und Her trotz höherer Rendite keinen Spaß macht, hier ein Tipp für alle, die Tagesgeld-Hopping ablehnen oder nicht exzessiv betreiben wollen: Es gibt viele Banken mit Konditionen, die als „dauerhaft gut“ bezeichnet werden können. Unser Vergleich zeigt, auf welche Tagesgeldkonten das zutrifft.

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