Informationen zur Finanzmarktkrise 2008

Im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise machen sich viele Bürger ernsthaft Gedanken um die Sicherheit ihres Geldes. Glücklicherweise ist es in Deutschland bislang noch nicht zu Bildern gekommen, die lange Schlangen vor Banken zeigen, was ein Kollaps des gesamten Bankensystems zur Folge haben könnte. Dass es solche Bilder in Deutschland während der Finanzkrise bislang noch nicht gab, liegt zum einen am sehr sinnvollen Handeln der Anleger, zum anderen aber auch am deutschen Einlagensicherungssystem, welches auch im internationalen Vergleich sehr gut aufgestellt ist. Dieses sichert unter anderem die Gelder auf Girokonten, Sparbüchern, Tagesgeld- sowie Festgeldkonten ab (weitere Details siehe unten). Das deutsche Einlagensicherungssystem besteht aus verschiedenen Stufen, welche wir Ihnen im Folgenden vorstellen möchten. Bitte beachten Sie, dass die Angaben nur für deutsche Banken gelten.

Gesetzliche Einlangensicherung: Gemäß des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes sind in Deutschland Einlagen pro Privatkunde zu 90 %, allerdings maximal bis zu 20.000 Euro abgesichert. Zudem hat die Deutsche Bundesregierung in einer politische Absichtserklärung erklärt, für Spareinlagen, wozu auch Tagesgeldkonten gehören, unbegrenzt zu garantieren. Eine gesetzliche Umsetzung ist allerdings nicht geplant.

Freiwillige Einlagensicherungsfonds: Zudem sind fast alle Banken Mitglieder in so genannten Einlagensicherungsfonds, die Einlagen bis zu einem deutlich höheren Betrag absichern. Einlagen bei Banken, die Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken sind, sind Einlagen pro Kunde bis zu 30 % des jeweilig haftenden Eigenkapitals abgesichert. Etwas anders sieht es beim Einlagensicherungssystem der Sparkassen und Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken aus, welche den Bestand der jeweiligen Mitgliedsbank garantieren, sodass es erst gar nicht zu einer Schädigung eines Anlegers kommen kann. Dass dieses System besonders sicher ist zeigt auch die Tatsache, dass seit Bestehen noch kein Kunde einer angeschlossenen Volks-, Raiffeisenbank sowie Sparkasse entschädigt werden musste.

Ob und wenn ja in welchem Einlangensicherungsfonds die jeweilige Bank Mitglied ist, erfahren Sie beispielsweise auf entsprechenden Website, meist in der Kategorie „Über uns“. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass es keinen unmittelbaren Rechtsanspruch gegen den jeweiligen Fonds gibt.

Fazit: Aus heutiger Sicht sind Spareinlagen bei einer deutschen Bank weitgehend sicher, solange es nicht zu einem Kollaps einer oder mehrerer Großbanken kommen sollte. Dies ist allerdings ausgesprochen unwahrscheinlich, da von Regierungsseiten ein mehrere hundert Milliarden Euro schweres Rettungspaket zur Stützung notleidender Banken installiert wurde.